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KI schreibt Tourismuskonzept – aber die wichtigsten Fragen fehlen

Wenn das Werkzeug stimmt, aber der Auftrag nicht: Warum KI-generierte Konzepte oft strukturell unvollständig sind

KI kann Texte schreiben, Strukturen vorschlagen, Inhalte zusammenfassen. Das ist nützlich – wir nutzen sie selbst, für Recherche und für bessere Formulierungen. Aber in mehreren aktuellen Projekten sind wir auf etwas gestoßen, das uns nachdenklich gemacht hat: Ein Tourismuskonzept, das mit KI erstellt wurde und die wichtigsten strategischen Grundlagen nicht enthielt. Nicht weil die KI schlecht war. Sondern weil niemand gemerkt hat, was fehlt.

Warum das kein KI-Problem ist – und doch eines

KI liefert das, womit sie gefüttert wird. Wenn niemand fragt: Was ist unser Leitbild? Welche Zielgruppen sprechen wir an? Wie positionieren wir uns gegenüber dem Wettbewerb? – dann stellt auch die KI diese Fragen nicht. Sie füllt die Lücken mit plausibel klingendem Text. Das Ergebnis sieht aus wie ein Konzept. Es ist aber keines. 

 

Das ist kein Argument gegen KI. Es ist ein Argument dafür, dass strategische Kernfragen menschliches Urteilsvermögen brauchen – und Erfahrung. Wer noch nie ein Tourismuskonzept entwickelt hat, weiß nicht, welche Fragen gestellt werden müssen. Und wer das nicht weiß, kann die KI nicht richtig führen.

Wo KI endet und Erfahrung beginnt

Leitbild, Zielgruppen, Positionierung, Markenprofil – das sind keine Textbausteine, die sich generieren lassen. Sie entstehen aus der Auseinandersetzung mit dem Ort, den Akteuren, der Geschichte, dem Markt. Sie brauchen Einordnung, Abwägung, manchmal auch unbequeme Entscheidungen. Und sie brauchen jemanden, der weiß, was fehlt – auch wenn der Auftraggeber das nicht weiß. 

 

Alles, was mit menschlicher Zusammenarbeit, politischen Prozessen und lokalen Konflikten zu tun hat, entzieht sich der KI vollständig. Ein Konzept, das diese Realität nicht kennt, wird in der Umsetzung scheitern – unabhängig davon, wie gut es formuliert ist.

Was Auftraggeber nicht wissen können

Auftraggeber wissen oft nicht, was sie nicht wissen. Das ist keine Kritik – es ist die Realität komplexer Fachgebiete. Ein Bürgermeister oder eine Wirtschaftsförderin ist kein Tourismusexperte. Warum sollte er oder sie wissen, dass ein Konzept ohne Zielgruppendefinition keine Grundlage für Maßnahmen schafft? 

 

Genau deshalb braucht es fachliche Begleitung von außen. Nicht als Absicherung, sondern als inhaltliche Steuerung: jemand, der weiß, worauf es ankommt, der die richtigen Fragen stellt – und der das Ergebnis einordnen kann.

Smartphone mit KI-Assistent – Symbol für den Einsatz von KI in der Tourismusstrategie
KI als Werkzeug – aber kein Ersatz für strategisches Urteilsvermögen

Was wir einem Auftraggeber raten

Wer heute ein Tourismuskonzept beauftragen will – ob mit KI oder ohne – sollte eine einfache Frage stellen: Enthält das Ergebnis ein Leitbild, definierte Zielgruppen, eine klare Positionierung und ein Markenprofil? Wenn nicht, ist es kein Konzept. Es ist ein Text.

 

KI kann dabei helfen, Inhalte zu strukturieren, Formulierungen zu schärfen, Recherchen zu beschleunigen. Aber die strategischen Grundentscheidungen – für wen, wofür, wohin – die kann keine KI treffen. Die brauchen Erfahrung, Kontext und menschliches Urteilsvermögen.

 

Wie wir strategische Grundlagen in der Praxis erarbeiten und was eine saubere Analysephase dabei leistet, beschreiben wir hier: Link

Austausch

Mehr zu unserer Arbeit in der strategischen Destinationsentwicklung und Tourismusstrategie finden Sie hier: Leistungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.destinationtomarket.de/fachimpulse. 

Das Wichtigste auf einen Blick

 

Kann KI ein Tourismuskonzept erstellen? KI kann Struktur, Text und Recherche liefern – aber keine strategischen Grundlagen entwickeln. Leitbild, Zielgruppen und Positionierung entstehen aus der Auseinandersetzung mit dem Ort, den Akteuren und dem Markt. Das braucht Erfahrung und Urteilsvermögen.

 

Was fehlt in KI-generierten Tourismuskonzepten häufig? In der Praxis fehlen oft Markenprofil, Zielgruppendefinition und strategische Positionierung – also genau die Bausteine, die für die Entwicklung konkreter Maßnahmen zwingend notwendig sind.

 

Woran erkennt ein Auftraggeber ein vollständiges Tourismuskonzept? Ein vollständiges Konzept enthält mindestens: ein Leitbild, definierte Zielgruppen, eine klare Positionierung und ein Markenprofil. Fehlen diese Elemente, fehlt das Fundament für alle weiteren Schritte.