Neue Studie zur Zielgruppe Mountainbiker

Die europäische Zweigstelle der IMBA (International Mountainbike Association) hat im September 2015 eine Studie zur Zielgruppe Mountainbiker herausgebracht. Das Ziel der Studie war, die Bedürfnisse, Motive, Verhaltensmuster und Vorlieben der Zielgruppe Mountainbiker zu untersuchen. Basierend auf über 6.000 Befragungen, zumeist von Mitgliedern der lokalen IMBA-Vereine in Europa wie z.B. der DIMB in Deutschland, wurden neben demographischen Merkmalen und Fragestellungen zu Haushaltseinkommen und Ausgabeverhalten auch die verschiedenen Mountainbike-Typen sowie Vorlieben für Strecken analysiert.



Wenn man die aktuellen Diskussionen hinsichtlich einer optimierten Wege-Infrastruktur für Mountainbiker berücksichtigt ist folgendes Ergebnis (Mehrfachnennungen möglich) interessant:

  • 63% der Befragten ordnen sich dem Typ Enduro-Mountainbiker zu – eine Zielgruppe, die sich abfahrtsorientiert und sowohl hinauf als auch hinab kaum auf Forstwegen bewegen möchte.
  • 52% der Befragten ordnen sich der Kategorie „Trail“ zu. Gerade hier zeigt sich die Notwendigkeit von attraktiven Wegenetzen und Besucherlenkung.
  • Nur 36% bezeichnen sich als Cross-Country/Marathonfahrer – man darf vorsichtig sagen dass dies am Ehesten dem „ehemaligen“ Typ des Mountainbikers entspricht. Nur hat sich dieser innerhalb der Befragten – man sieht es an den Zahlen – in den letzten Jahren zugunsten des bevorzugten Befahrens von kleineren Wegen und Trails verändert.
  • Rund 21% sind im Bereich Freeride und Downhill unterwegs – diese Zielgruppe ist hauptsächlich in Bikeparks und entlang von Strecken mit Aufstiegshilfen zu finden.

Dazu fast schon passend fallen die Antworten nach einer „Trail-Präferenz“ aus:

  1. Den ersten Platz nehmen Singletrails mit einer natürlichen Oberfläche, welche natürliche Hindernisse wie Felsblöcke, Wurzeln etc. umfahren, ein.
  2. Platz Nummer zwei sind schwierigere Trails, wo bewusst natürliche Hindernisse und technische Abschnitte in die Wegeführung eingebaut sind.
  3. Nummer drei sind Flow Trails, welche wenig Aufwand zum Treten und Bremsen erfordern, über welliges Terrain führen und vorhersehbare, sichere und kalkulierbare Oberflächen bieten.

In Sachen Kundenbindung und Produktentwicklung ist für Mountainbike-Destinationen interessant:

  • 40% aller befragten Familienurlauber bringen ihr Fahrrad mit in den Urlaub.
  • Über 50% behalten Destinationen mit einem guten Mountainbike-Angebot in positiver Erinnerung.
  • Nur 33% wünschen sich einen Guide vor Ort. Dabei spielt vor allem die Kenntnis von lokalen Trails eine Rolle. 54% der Befragten entdecken entweder gerne selbst die Region oder nutzen ein GPS zur Routenfindung.

Diese Ergebnisse spiegeln zwar, entsprechend der befragten Zielgruppe, ein möglicherweise leicht polarisierendes Bild wieder. Für Tourismusplaner jedoch gibt auch diese Studie wertvolle Hinweise, wenn es um die Entwicklung einer zielgruppenspezifischen Mountainbike-Infrastruktur geht.

Die Zeiten haben sich geändert: Auch der Mountainbike-Urlauber wird immer anspruchsvoller und sucht nach mehr Erlebnis in kürzerer Zeit. Erlebnisse müssen inszeniert werden. Alternativen sollen geboten werden. Eine sichere und stressfreie Wegführung macht Spaß und bringt Wiederholungseffekte. Nicht zuletzt wird durch ein konsumierbares Produkt Wertschöpfung generiert. Doch dazu muss das Produkt sorgfältig entwickelt und auf die Zielgruppe ausgerichtet werden.


Welche Angebote und Infrastrukturen für einen erfolgreichen Mountainbike-Tourismus möglich sind, was genau zwingend notwendig oder lediglich „nice to have“ sein sollte – dazu beraten wir Sie gerne. Bitte kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch!

Tanja Brunnhuber

Geschäftsführerin

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TOURISMUSMARKETING & CONSULTING

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