Besucherlenkung im Naturtourismus: Ja, aber richtig!

Besucherlenkung Naturtourismus
Besucherlenkung in Finnland - der Weg zeigt, wo es lang geht

Destinationen brauchen Touristen. Sie umwerben ihre Gäste mit immer neuen Themengebieten – vom sanften Natur-Tourismus über den Aktivurlaub bis hin zum Mountainbiking. Die Zahl der touristischen Produkte wächst. Und mit ihr die Zahl der Besucher. Die unerfreuliche Folge: Massen- und Übertourismus – gerade jetzt nach dem Ende der Corona-Sperren. Die reisefreudigen Gäste überrollen die Berge, überfluten die Wanderwege, belagern die Seen und parken, wo sie wollen. Muss das so sein? Nein, natürlich nicht. Die Lösung heißt: Besucherlenkung – den Strom der Gäste in geordnete Bahnen leiten. 

Das klingt einfacher als es ist. Denn das Thema „Besucherlenkung“ ist fast so alt wie der Tourismus selbst. Aber nur wenige Destinationen haben bisher eine sinnvolle Lösung gefunden. Ganz gleich, ob für Aktiv-Tourismus, allgemeine Freizeit-Aktivitäten oder selbst für den nachhaltigen Tourismus. 

Wie kann nun eine effektive Besucherlenkung, im Idealfall mit und durch aktiv gestaltete Erlebnisraum-Inszenierung, funktionieren? Jedenfalls nicht mit Einzelkämpfertum und Kirchturmdenken. Sondern nur, wenn der Tourismus-Standort die Interessen aller Beteiligten bündelt. Die Wünsche der Gäste ebenso wie die der Gastgeber (Einwohner, Gastronomen, Einzelhändler etc.) - ganz im Sinne eines nachhaltigen Lebensraumkonzeptes.


Außerdem: Wer Besucherströme sinnvoll lenken will, darf nicht nur lokal denken. Sondern sollte (über)regional ansetzen: Die beteiligten Gemeinden müssen zusammenarbeiten und gemeinsam ein Konzept für eine langfristig wirksame Strategie entwickeln. Dazu gehört unbedingt auch, die Lenkungsmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen – z.B. durch ein zeitliches und räumliches Besuchermonitoring.

Das Erfolgsrezept einer Besucherlenkung heißt: Kooperation statt Konfrontation – Angebote statt Verbote. Es genügt nicht, Wege zu sperren oder Parkraum zu verknappen. Die Destinationen sollten außerdem den Wissensstand ihrer Besucher erhöhen, sie aktiv über schützenswerte Gebiete informieren. Nur so kann eine Tourismus-Region ihre beiden wichtigsten Ziele erreichen: Den Gästen weiterhin die größtmögliche Urlaubs- und Erlebnisqualität zu bieten und gleichzeitig die begehrten Schutz- und Erholungsgebiete zu schonen und zu bewahren.

Besucherlenkung und Naturtourismus - spätestens seit Corona steht das Thema hoch auf der Agenda von Touristikern, Landratsämtern, Gemeinden und in der Politik. Das Verständnis darüber, dass der Gast heutzutage digital ins Analoge reist, ist dabei Dreh- und Angelpunkt der gesamten Thematik. Digitalisierung ist enorm wichtig und (leider erst!) seit Corona beschäftigen sich alle touristischen digitalen Dienstleister mit der Entwicklung von digitalen Besucherlenkungstools. Es gibt neben den kommerziellen Anbietern sogar eine Kompetenzstelle Digitalisierung im Bayerischen Wald und auch die Hochschule Kempten beschäftigt sich mit dem Thema. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass das Erlebnis vor Ort - also der Aufenthalt in der Natur - dann doch "nur" analog. Landschaft und Natur möchte mit allen Sinnen gesehen, gespürt und selbst erlebt werden - genau das suchen die Besucher! Und dafür braucht es auf den Nutzer abgestimmte Infrastrukturen und Angebote.  

Die Entwicklung von diesen Infrastrukturen vor Ort ist unser Tagesgeschäft. Wir entwickeln nachfrageorientierte Angebote, die Besucher lenken, Natur schützen, Wertschöpfung erzielen und für die entsprechende Positionierung unserer Auftraggeber sorgen. Das ist unser Spezialgebiet, mit dem wir uns auch schon lange vor Corona beschäftigt haben. 

 

Ich habe neulich ein kurzes Video gedreht mit meinen zwei wichtigsten Tipps zur Besucherlenkung im Naturtourismus: Verantwortung übernehmen und das Richtige tun. Der dritte Tipp kommt hier im Text: Ohne eine entsprechende Positionierung des Tourismus in der Politik und damit einhergehend einem angemessenen Budget kann und wird das Thema nicht umgesetzt werden können. Egal ob das digitale Lenkungstools oder analoge Infrastrukturen sind.

 

Ich freue mich über Eure Rückmeldungen. Wie geht Ihr das Thema Besucherlenkung aktuell an?


Tourismuskonzepte von Menschen für Menschen - das ist unser Motto. Wir kennen die Bedürfnisse der Gäste und Nutzer und entwickeln darauf passende touristische Angebote. 

 

Sie haben Interesse an weiteren Informationen? Bitte kontaktieren Sie uns!

 

Tanja Brunnhuber

Geschäftsführerin

destination to market

www.destinationtomarket.de

Tourismusmarketing von Menschen für Menschen - destination to market
Tanja Brunnhuber, Geschäftsführerin

Kommentar schreiben

Kommentare: 0