Nachhaltiger Tourismus und Regionalität

Der Tourismus der Gegenwart wird vom Nachfrager bestimmt. Ein Sinneswandel von Gesellschaft und Individuum prägt die Produkt- und Angebotsgestaltung von heute. Werte von „damals“ werden heutzutage durch neue Wertevorstellungen und Motive abgelöst oder bestenfalls ergänzt.



Zu bisher bekannten Bedürfnissen wie Individualität und Freiheit kommen das Bedürfnis nach Mobilität, ein ausgeprägtes Käuferbewusstsein und eine schier allgegenwärtige Suche nach Glück, Flow und Balance hinzu. Der „Trend“ – oder ist es eine Rückbesinnung – von traditionellen Werten, Kontakt mit lokaler Kultur, Identität und Regionalität wird einem spätestens dann bewusst, wenn man vor meterlangen Zeitschriftenregalen mit entsprechenden Magazintiteln steht.

 

Wo können Begriffe wie Tradition und Kultur eingeordnet werden? Finden sich diese im Ausdruck „Regionalität“ wieder? Beinhaltet Regionalität gleichzeitig auch Grundbedürfnisse wie z.B. Sicherheit und Ruhe? Fakt ist, dass viele Menschen heute gesteigerten Wert auf Bio-Kost, Bio-Möbel, Bio-Bekleidung und Ökohotels legen. Doch warum genau erfahren Angebote mit stark regionaler Prägung diesen starken Zuwachs – was sucht der Konsument wirklich?

 

Manche Reisende sind an der Alltagskultur ihres Urlaubsziels interessiert und fragen nach regionaltypischen Produkten und Spezialitäten. Vormals wurden diese Produkte, in den Köpfen der Besucher stark verknüpft mit den positiven Attributen der Destination, als Souvenirs mit nach Hause genommen. Heute können diese bereits unabhängig von einer Reise im Internet bestellt werden und „das gute Gefühl“ auch zu Hause genossen werden. Die lokalen Tourismusbetriebe richten ihr Angebot auf dieses Nachfrageverhalten aus – lokale Materialien, ebenfalls als positiv, qualitativ und wertig in den Augen der Besucher, schmücken heute Eingangsbereiche, Hotelzimmer und Restaurants. Ein Gefühl von Heimat und „Angekommensein“ macht sich breit. Regionalität betrifft nicht nur den Besucher, sondern auch den Gastgeber. Ein sinnvolles und wertiges Verhältnis von beiden ist das Optimum.


Im Prinzip finden sich im Begriff Regionalität die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit wieder:

  1. ökonomisch nachhaltig in Bezug auf langfristige und wirtschaftliche Nutzung von (lokalen) Ressourcen und (lokalem) Kapital
  2. ökologisch nachhaltig im Hinblick auf schonende Nutzung von (lokaler) Energie und (lokalen) Ressourcen und
  3. sozio-kulturell nachhaltig in der maßvollen Interessens-Abstimmung von lokaler Bevölkerung und externen Besuchern.

 

Die Österreich Werbung schreibt in ihrem Grundlagenpapier „Nachhaltigkeit im Tourismus“ (2012) über ihre Vision von Regionalität und Identitätskultur. Es geht um die Bewahrung des materiellen und immateriellen regionalen Erbes sowie um dessen „Hineinwirken in die Gegenwart und Zukunft“. Die Bewahrung des regionalen Erbes stärkt das Identitätsgefühl der lokalen Bevölkerung. Und diese Identität ermöglicht die Kreation von authentischen Tourismusangeboten und einen selbstbewussten, modern- traditionellen Lebensstil der Einheimischen. Das Resultat: Einzigartige und „Wert-volle“ Erlebnisse für den Besucher und echte Kontaktpunkte mit lokaler Kultur. „Kulturelle Selbstbestimmung und Vielfalt sind Eigenschaften einer ausgeprägten Identitätskultur. Regionen mit einem hohen Identitätskurs, also der Neuentdeckung von Heimat und kultureller Identität, werden von den Gästen attraktiver eingestuft als andere.“ (Österreich Werbung 2012)

 

Fazit: Touristische Anbieter, die Antworten auf obige Fragestellungen gefunden und ihre Angebote entsprechend gestaltet haben, werden sich heutzutage kaum über einen Mangel von Gästen und Besuchern beschweren.


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Tanja Brunnhuber

Geschäftsführerin

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TOURISMUSMARKETING & CONSULTING

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